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Ich mag die Caven

Die großen weißen Vögel

Weit draußen auf dem blauen Meer
erklingt ein Lied von Wiederkehr,
ein Lied vom Leben.
Matrosen singen es zur Stund,
da sie den Freund dem Meeresgrund
tot übergeben.
Im Tuch aus Leinen ruht er schön
und hört leis weiße Flügel gehn
in blauen Fernen.
Ein Lächeln schmückt ihn, wo er liegt.
Das ist die Seele, denn sie fliegt
nicht zu den Sternen.
Und seinen Leichnam ruft ein Lied,
das lockend über Klippen zieht,
wie Wind und Welle.
Schäumt auch die Meeresfläche wild,
Gedanken formen doch ein Bild
aus seiner Seele.
Der schöne Seemann, wie ein Stein,
sank in die tiefe Flut hinein,
in eine Wiege.
Zur selben Stund hoch in der Luft
ein großer weißer Vogel ruft:
den Tod besiege!
Seht ihr die weißen Möwen dort,
sie fliegen weit vom Ufer fort
im Meerestosen.
Sie formen Schreie und erzählen:
unsre Flügel sind die Seelen
der Matrosen.
Der Meeresfluten kühles Grab
zieht dich, Matrose, tief hinab,
dich zu vereinen
mit allen, die an dich gedacht
und die in ferner stiller Nacht
leis um dich weinen, weinen, weinen.

lyrics: Peer Raben

20.4.08 15:43


Abschied

Weiße Wolkenfetzen schattieren die ruhige Wasserfläche als ich die Brücke betrete.
Ruhigen Schrittes laufe ich, eine Hand haltsuchend über der Mauer führend, bis zu der Turmhaften Ausbuchtung zu ihrer Mitte.
Der frische Wind zerzaust mir dabei das blonde, schulterlange Haar. Er rauscht in meinen Ohren und verschluckt nahezu vollkommen den Lärm der befahrenen Straße die an dieser Stelle den Fluss quert.
Fast habe ich den seitlich vorspringenden Turm erreicht, welcher die Brücke etwa auf halber Strecke teilt. Wippend in den rythmisch heranstürmenden Böen stehe ich schließlich auf dem Vorsprung und schaue hinunter auf den spiegenden Wasserteppich.
Der Wind wirbelt Herbstlaub und Menschen mit krampfhaft umschlungenen Regenschirmen an meiner Bucht vorbei. Ein letzter Blick steift liebevoll über die Silhuette meiner Stadt, ihre unverwechselbaren Ecken, Kurven. Ein Umriss der sich in meine Biographie tätowiert hat und nur langsam in meinem Herzen verblassen wird.
Ich raffe den Mantel enger um meinen Körper, doch die kalte Luft lässt mich frösteln. Dann endlich entnehme ich einer Tasche den Plan.
Wie in Vogelperspektive überfliege ich die Stadt ein weiterers mal – es wird ein letzter sehnsüchtiger Blick bleiben. Eingeteilt in Planquadrate liegt sie mir zu Füßen, sie, mit der ich eins war.
Ich, der Teilhaben durfte an dem endlosen Strom an Bewohnern, an Blutkörperchen in diesem Organismus.
Sie war meine alte Geliebte, die ich Sehnsüchtig aus der Ferne liebte. Diese traumhaften Wunschvorstellungen, diese Schlösser, die aus nichts gebaut sind als Phantasie.
Doch kalt fährt auch hier der Herbst in die Glieder, und die glänzenden Fassaden sind auch nichts als Häuser, die von beschäftigten Menschen bewohnt werden.
Niemanden interessiert es, dass ich den Stadtplan anfange zu zerreissen. Wie Bilder einer gescheiterten Beziehung vernichte ich die Zeichen der Zeit. Die Strassennamen werden durchtrennt, die schon längst nicht mehr für sich stehen.
Nach und nach verarbeite ich die Erinnerung zu kleinen Schnippseln, kleinen Mundgerechten Bröckchen, die zu verdauen sind.
Mit der nächsten Böe treiben die Gedankenfetzen davon auf einer Welle rötlichbraunem Blattwerks.
All' die Pfeile, Kreuze und eingekreisten Strassen vereinen sich mit den Zeichen des vergangenen Sommers.
Und als ich die Brücke zur anderen Seite hin verlasse schaue ich nicht zurück.

19.1.08 01:32


Wann kommt der Zusammenbruch?

Ich laufe immer weiter
Im schnaufenden Takt der Maschine
Sie macht das Tempo ich diene
Um meines Vorankommens
Meines nicht-ankommens
Willen

Bin an die Grenze gekommen
Hab den Übergang genommen
Wann nur steig ich endlich aus
Und wann brech' ich zusammen
Wann brechen wir zusammen
aus?

Die Geschwindigkeit
Die mich geschwind befreit
Aus den alten Strukturen
Hinterlasse nur vage Spuren
Hinterlassen schafft die Zeit
Und Leid

Das Ziel ist nur ein neuer Start
An Möglichkeiten nicht gespart
Mit Wünschen hab ich mich gepaart
Und warte auf den einen Tag
An dem ich nichts mehr wünschen Mag

Warum muss alles rennen so?
Wer misst die Zeit, wer geht KO?
Wer definiert den Morgen mir?
Wie lebt man bloß im Jetzt und hier?
Und wann
Und wann
Und dann und huch
Ja dann kommt der Zusammenbruch.


12.7.07 23:32


Stopping by Woods on a Snowy Evening

Whose woods these are I think I know.
His house is in the village, though;
He will not see me stopping here
To watch his woods fill up with snow.

My little horse must think it queer
To stop without a farmhouse near
Between the woods and frozen lake
The darkest evening of the year.

He gives his harness bells a shake
To ask if there is some mistake.
The only other sound's the sweep
Of easy wind and downy flake.

The woods are lovely, dark, and deep,
But I have promises to keep,
And miles to go before I sleep,
And miles to go before I sleep.


by Robert Frost (1923)
13.6.07 23:14


Rolle - Darstellung - Bühne

Nur als kleine Gedächtnisstütze und für alle die es interessiert. Ich nehme gerade an einem Workshop in der Uni teil, in dem der dramatische Umgang mit monologischen Texten im Kontext von Darstellungspersönlichkeit und Bühne erprobt und erlernt werden soll. Seit beginn der Veranstaltung habe ich, wenn ich das richtig im Kopf habe, mit Auszügen aus folgenden Dramatexten gearbeitet:

1.Woche: Dea Loher - Unschuld [Elisio]
2.Woche: Dea Loher - Adam Geist [Adam]
3.Woche: Franz Xaver Kroetz - Ende der Paarung [Bert]
4.Woche: Max Frisch - Andorra [Andri]
5.Woche: Georg Büchner - Dantons Tod [Danton]
6.Woche: Jean-Paul Satre - Die schmutzigen Hände [Hugo]
7.Woche: Thornton Wilder - Unsere kleine Stadt [Spielleiter - Eingangsmonolog]

...die Liste wird weitergeführt. Nächste Woche ist ja erstmal frei.
24.5.07 18:43


Auf der sommerlichen Wiese

Ich liege auf dem Rücken
Über mir öffnet der Himmel sein zeitloses blaues Auge
Ich sehe durch ihn hindurch
Er umfasst mich sanft mit seinem Atem
Weiter als meine Gedanken an Vergangenes
Beständiger als meine Zukunft
Ungerührt über meinen Blick
Bleibt er undurchschaubar
Hebt seine wattene Braue kaum merklich
Schiffe die in der Sommerbrise durch seine Bläue ziehen
Ein Flugzeug malt seine Bahn in seinen kalten Blick
Und kurz scheint sie durchzuschimmern
Die unergründliche Weite des Alls
Man bräuchte nur einen Hebel anzusetzen
Und der feurige Glanz würde heruntersprühen
Einen vollkommen umfangen
Doch die Narbe am Himmelszelt verheilt schnell
Schneller als die Narben
An die ich erinnert werde
Da ich hier liege
Auf dem Rücken

5.5.07 01:05


Ich Bitte Dich

Aahhh - Ich hab solche Angst
weiß nicht wohin es führen kann
Oohhh - Ich liebe dich so sehr, jedesmal wieder furchtbar schwer

Ich bitte dich
komm schnell zurück
Diese Tage zerstörn
alles was war
Meine Wahrheit
Keine Wahrheit
Die Zimmer sagen nichts

Aahhh - Ich hab solche Angst
Ich liebe dich so sehr, wie schwer es werden kann
Ich weiß nicht, was mir wichtiger sein kann
Ich weiß nicht, ob ich jemals aufhörn kann

Und ich bitt dich
komm schnell zurück
Diese Tage zerstörn
alles was war
Meine Wahrheit
Keine Wahrheit
Die Zimmer sagen nichts

Überhaupt nichts

Aahhh - Ich hab solche Angst
Ich weiß nicht, wohin es führen kann
Ich liebe dich und
Aaahhh

Text by Tocotronic


2.5.07 09:33


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