Startseite
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 


 

http://myblog.de/papierleiche

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Während die Welt sich wie in Zeitlupe dreht

Es ist verhältnismäßig Mild für diese Jahreszeit.
Wenn ich an den letzten Dezember denke, dann kommt es mir so vor als sei er noch gar nicht so lange her. Das Jahr ist förmlich an mir vorbeigeflogen, dabei habe ich doch eine Menge erlebt.
Leider liege ich in letzter Zeit oft lange Zeit einfach in meinem Bett und übe mich darin mir den Kopf zu zerbrechen. Ich fühle mich manchmal wie ein Mensch, der dem Tempo seiner Zeit nicht mehr angepasst ist. Alles rennt und plant und schafft um mich herum und würde sich wundern wie schön die Langsamkeit auch manchmal sein kann.
Wenn es beginnt zu regnen fangen die Passanten um mich herum an ihren Schritt zu beschleunigen. So komme ich mir mit einem mal noch langsamer vor, als würde ich es genießen mich von den sich aus dem Himmel ergießenden Wassermassen einfach durch die Menge treiben zu lassen.
Treiben lassen. Ja ich glaube das beschreibt mein Lebensgefühl im Moment ganz gut. In Passivität gekleidet "lasse ich alles einfach mal auf mich zukommen."
Viel zu schnell strömt die Zeit an Mir vorbei und rinnt durch meine Finger. Ich kann nichts festhalten, mich nicht an jemandem klammern, möchte immer "für alles offen" bleiben und bleibe nur in mir geschlossen.
So ist es auch in der Liebe. Wenn ich ein nettes Gespräch mit einer interessanten weiblichen Person führe denke ich direkt daran wie es wäre eine Beziehung mit diesem bezaubernden Wesen zu führen. Ich denke und grüble, rede von belanglosen Dingen, werde plötzlich nervös und schon beginnt mir das Gespräch aus den Händen zu gleiten wie ein glitschiger Fisch.
Also lasse ich, abgerutscht an der schlüpfrigen oberflächlichen Konversation, die verlockende Vorstellung eines großen Fanges fahren und hole fast panisch meine Netze wieder ein und lasse mich in die Weite der Welt da draussen strömen, dem alles schluckenden ewigen Meer entgegen.
7.12.06 22:22


Vor dem Flug

Der Pfeil auf der Sehne
Zum fliegen bereit
Auf einen Sturz gefasst
Liegt in der Hand des Schützen
Wartet auf seinen schwebenden Flug
Auf endlose Momente
Oder ein jähes Ende
Seinen Sturz ins Nichts
Geschaffen für diese Momente
Perfektion aus Feder und Holz
Um Herzen zu brechen
Oder tief zu berühren
Ziele Genau
Du hast nur einen Pfeil
3.11.06 13:54


Scherben des fragmentarischen Spiegel

Betone das Fragmentarische einzelner Gedanken
Gedanken die sich einen Ausdruck suchen

Scherben
Überreste
Das was zurück bleibt nach den schmerzhaften Kämpfen
Zeichen und Wunden
Narben die erinnern

Die letzten Scherben eines zerbrochenen Ichs mit dem Pinsel zusammenfegen
Zusammenfügen was zusammen passt
Vorsicht walten lassen
Und Geduld

Auftrennen des Gewebes mittels scharfer Kanten
Eitrige Wunden versorgen
Freude finden an komplexen Gedankengebäuden

Nicht immer den Verstand befragen
Den Ursprung aus den Augen verlieren

Bruchstücke in ihrer Einmaligkeit belassen
Die Echtheit des Augenblicks würdigen

Gedanken verstehen und den Kontext vernachlässigen
Gefühle evozieren
Dem eigenen Chaos Ausdruck verleihen

Zerbrochen sein
Und doch in sich geschlossen

Den Spiegel zerschlagen
Scherben befühlen

Zersplittern in verschiedene Identitäten
Sich gespiegelt sehen in tausenden Scherben

Wer bin nun ich
Wer


29.10.06 17:47


Mit Messer und Gabel

Sie reichen mir den Löffel
Jeden Morgen
Jeden Mittag
Jeden Abend

Wer bin ich für sie
Dass sie mir den Löffel reichen
Während ich den Mund geschlossen halte

Wer war ich für sie
Dass sie nicht länger den Löffel hält
Von dem ich so gerne gegessen habe

Wer bin ich für mich
Dass ich den Löffel nicht nutze
Solang er nicht in ihren Händen liegt

Wer werde ich sein
Wenn ich nicht bald lerne
Dass ich selbst meine Suppe auslöffeln muss

Was wird sein
Wenn der Tag zu Ende geht
Werde ich dann den Löffel abgeben

Ich sitze vor der Suppenschüssel
Jeden Morgen
Jeden Mittag
Jeden Abend

Doch es ist niemand mehr da
Der mir den Löffel zum Munde führt
Den ich so gerne angenommen hätte



22.10.06 17:45


Zwischen Coutchgarnitur und Seminarplatz

Und wieder einmal eine verstrichene Woche. Nichts ist passiert und doch könnte man davon sprechen, dass die Woche nicht komplett ereignislos gewesen wäre. Kampf um die Plätze - eine große Reise nach Jerusalem - in dem Fachbereich der "seine eigenen Probleme nur eingeschränkt selber zu lösen im stande ist". Freitag ein bitterer Geschmack auf der Zunge zu einem schönen Anlass und zerkleinertes Eis als Pfütze auf dem Küchenboden. Gestern dann Coutchgeflüster und Coutchschweigen zwischen angeheiterten Menschen und dieser matschige Klos im Hals, der in Komplitzenschaft mit der dumpfen Müdigkeit meinen Kehlkopf zur Tatenlosigkeit verdammte. 
Heute: Regen vor dem Fenster, der an den Fenstern zu meinem innersten
hinabzurinnen scheint und lange wässrigen Bahnen hinter sich herzieht. Neben
mir ein leeres weißes Buch, welches einen Stummen schrei auf den Lippen
hat - vor mir das, von der energiespeisenden Ladestation getrennte, Telephon, welches mir Bachschmerzen bereitet. Im Zimmer hallt Conor Oberst Stimme wider, die von einem "Attemp to tid the scales" singt und ich versinke in meine ungeordneten Gedanken wie die Welt in Chaos.

22.10.06 17:41


Schwarz auf Weiss


Es bröckeln von der kleinen Pappe

Die Züge meines blassen Gesichts

Weiche Kohle in flachen Schichten

Anfänge von kompletten Geschichten

Verse eines alten Gedichts


Lasst den Rahmen weg den schönen

Und lasst die Leute vorübergehen

Mögen ihre schwachen Augen

Die nicht zum rechten Sehen taugen

Das Leuchten goldner Rändern sehen


Während in einer stillen Ecke

Ich ungerührt im Licht verblasse

Und den der mich dort aufgehangen

Wo nie die Blicke hingelangen

Nicht im geringsten dafür hasse


Ich blende nicht mit bunten Farben

Und niemand stört sich wirklich dran

Das ich mich hier vollends entblöße

In meiner nicht vorhandnen Größe

In Schwäche die man sehen kann


Die Striche sind fest

Doch fast schon verschwunden

Die Schatten meiner Augen verschmiert

Merkt man’s wenn man sich selber verliert

Oder hab ich mich niemals gefunden


Suche das Bild mit den klaren Konturen

Bleibe verwirrt nur hier und da stehen

Beschienen vom künstlichen Licht

Reiht sich Gesicht an Gesicht

Und ich kann mich in keinem sehen


Ich erreiche meine stille Ecke

Und blicke auf die kahle Wand

Es hängt kein schöner Rahmen dort

Kalt und leer ist dieser Ort

Und mein Bildnis es verschwand


Auf das kleine weißen Schild

Schrieb jemand mit ein’gem Schwung

Wird es auch meistens übersehen

Weil alle nur vorübergehen

Portrait einer Erinnerung


14.10.06 13:17


Meine Damen und Herren

Ich heiße die Welt ausserhalb meiner eigenen 10qm willkommen zu wohlgewählten Schnippseln
aus meinem Leben. Gebt euch nicht der Illusion hin
mich durch die Spuren die ich ab nun im digitalen 
Gedächtnis des 21.Jahrhunderts hinterlassen werde auch
nur annähernd kennenzulernen. Ich glaube die Zahl der 
Menschen die das von sich behaupten können sind an einer
Hand abzuzählen und nicht selten schaffe ich es mich nach
21 Jahren immer noch selbst zu überraschen.  
 
14.10.06 13:14


[erste Seite] [eine Seite zurück]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung