Startseite
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 


 

http://myblog.de/papierleiche

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Instant Einheitsbrei

Freitag Nachmittag: Nicht viel losgewesen heute.
Fünf Menschen im besten alter, fünf Stunden Bahnfahrt vor der Brust, und genug Alkohol für fünf Köpfe.
Szenenwechsel: Ein Holzstuhl; eine müde Gestallt hockt zusammengesunken, friedlich Atmend in sich verkrümmt auf seinem Thron und möchte vergessen wer er ist.
Mit jedem Tropfen Bier, Wein, Schnapps oder sonstiger Weihwässer die die zugeschnürte Kehle benetzt fühlt sich die Zunge zunehmend gelöst, doch der Verstand zunehmned getrübt. Und da fließt es wieder. Alle bedenken über Bord geworfen und sich ohne Schwimmweste in die Gewalt der wogenden Abendunterhaltung begeben. 
Als diese über mir zusammenschlägt vergesse ich die, auch mich beherr-
schenden Gesetze und fange langsam an wie ein Stein zu Boden zu sinken. Ich höre die Stimmen um mich herum wie ein dichtes Dickicht aus widerspenstigem Blattwerk, in dem ich die Blätter nicht mehr den
Bäumen oder Sträuchern zuordnen kann. Ich lasse mich überrollen, die dickflüssige Masse mich umfluten und mich glattreiben von ewig hin und hertreibenden Wortfetzten. Ewig dasselbe... ewig die selben Geräusche die ich dazu beisteuere, bis mein Leib schließlich schwer auf dem Grund zum liegen kommt und ich im ewigigen Wiegen des Murmelteppichs sanft in den Schlaf gleite. Und so sitze ich dort mit
bleierner fremder Zunge und wie festgenagelt an den hölzernen Grund.
Ein hölzerner Stuhl bis zum Rande gefüllt mit meiner Abscheu die mich
einschließt. Um mich herum tobt das Meer in extatischen Zügen der Party und ergießt sich schäumend in den Flur, als hätte jemand den Stöpsel herausgezogen. Als ich auf fremdgeleiteten Beinen in die tiefe des Kellers kraxle, wo ich mir mein Nachtlager bereitete, fühle ich mich wie in eine ferne Zeit versetzt auf dem Weg zu meiner Urteilsspruch und noch ehe meine müden Augen einen Strich unter diesen um seine Hoffnungen betrogenen Tag ziehen meine ich aus einer unergründlichen Ferne jemanden rufen zu hören: "Jeder nur ein Kreuz"

10.12.06 01:49
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung